Ich wache auf und mein rechtes Bein kribbelt höllisch, es ist wohl am harten Boden eingeschlafen. Wir schlafen auf 3800m, in einem eilig bezogenen Lager das unser Gastfamilie mitten in der Nacht noch für uns bereit gemacht hat. Es wäre so schön gewesen, das Bier auf der Veranda, aber leider waren wir die armen Kerle, denen der Tag etwas zu kurz geworden ist.
15 Stunden vorher. Wir haben an Vortag beschlossen die Tage etwas früher zu starten, damit wir etwas mehr km unter bringen und vielleicht auch mal früher ankommen. Daher sitzen wir heute um 07:00 an Früstückstisch und plaudern mit einer Pensionistenreisetruppe und ihrer Reiseleiterin. Es ist schon lustig, wenn man hier ist kommt einem das was man macht gar nicht so einzigartig vor. Wir treffen Pensionisten im Geländewagen, Salzburger am Fahrrad, Italiäner am Moterrad, nur ein Wanderer, der fehlt uns noch.
Wir reisen ab und liegen gut in der Zeit. An der Tanke stellen wir fest das unsere Reparatur von gestern nicht gut war. Es ist nämlich so, dass der Reifen rechts hinten am Tankfüllschlauch ein Loch gescheuert hat und nun beim Tanken der Benzin ausläuft. Mal sehen was wir verbessern können, der Tankwart jedenfalls gibt uns keinen Sprit mehr. Wir fahren ohne weiter.
Gegen zwei machen wir Kaffepause und füllen Benzin aus dem Kanister nach. Dazu heben wir den Wagen auf, so dass einer mit dem Finger das Loch stopfen kann. Perfekt aber wohl keine Dauerlösung. Obwohl wir haben einen Weg gefunden wie man die Hand so eifädeln kann, dass man keinen Wagenheber braucht. Jetzt fehlt uns nur noch ein Tankwart der da mitspielt. Alternativ haben wir auch noch Montagekleber gekauft mit den wir das Problem heute abend dauerhafter lösen wollen. Wir haben ja auch noch genug Zeit dafür.
Bei der gleichen Pause entdecken wir beim Check im Motorraum, dass ein Schlauch zur Abgasrückführung verloren gegangen ist. Das erklärt vielleicht auch die geringe Leistung. Felix bastelt einen Ersatz aus PET Flaschen. Im letzten Moment entdecken wir alte Aludosen im Straßengraben und beginnen von vorne da sie wohl hitzebeständiger sind. Tja, wie soll ich sagen Auto und Autofahren nehmen viel Platz ein. Aber wir haben ja noch viel Zeit, denn die Straßen sind heute wieder mal gut und wir sind ja bald gestartet.
Geben halb fünf sehen wir in der Ferne einen blauen Punkt mitten auf der Straße. Das könnte das Team Triumph sein. Ja, sie sind es. Aber sie bewegen sich nicht! Wir kommen näher und uns bieten sich ein Bild aus unseren schlimmsten Träumen. Da, mitten auf der Straße, steht der aufgebockte Triumph. Die rechte hinter Halbschse, tausend Kleinteile und Werkzeug liegen auf der Straße. Tim liegt unterm Auto. Simon kniet daneben.
Wir stoppen und erfahren, daß es Ersatzteile gibt und die Reparatur mühsam aber möglich ist. Wir können nicht viel tun ausser dann und was ein Werkzeug zu reichen und etwas moralisch zu unterstützen. Was aber immer geht ist eine Tasse Kaffee. Wir machen also einen Pot voll und sind dann, eine Stunde später, wieder auf dem Weg. Wir haben ja Zeit, denn wir sind heute früh los.
Den Teil den wir ein klein wenig übersehen haben ist, daß vor uns noch ein Pass mit offrad Straßen liegt. Und so kommt es, daß wir die 4300m bei völliger Dunkelheit und im Schneckentempo meistern.
Auf der positiven Seite wissen wir jetzt sehr gut wie sich das anfühlt so eine off road Nachtschicht und Bier auf der Veranda, das kannten wir ja eh schon. Belohnt werden wir am nächsten Morgen mit Kühler Luft und genialer Landschaft.
Die Landschaft hier oben scheint unwirklich und doch man kennt sie aus Universum Dokumentationen. Wir sehen erste Yurten und Vieherden drum herum. Die Ebene ist grün die Berge rund um uns sehen mehr nach Hügeln aus und haben allzuoft eine Spitze aus Schnee.
Rein ins Autound weiter geht es. Wir startenden Tag wieder um 07:00. Mike entdeckt als erster ein Murmeltier.
Montagekleber im Tank stelle ich mir uncool vor. Habt ihr zufällig Kabelbinder mit? Ein Stück Aludose oder PET-Flasche fest mit Kabelbinder über- und unterhalb vom Loch im Einfüllstutzen würde vielleicht schon genügen, damit es nicht mehr gar so herausplätschert. Vielleicht macht es für den Tankwart ein noch besseres Bild, wenn ihr noch ein Stückchen Fetzen oder alte Socke mit einbaut, das könnte es ein wenig verzögern, das Ausrinnen. Ansonsten: weiter so und gute Weiterfahrt! Freut mich, dass ihr die Höhenluft offenbar ganz gut wegsteckt!
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