Nach dem Frühstück wanderm wir durch enge, verwinkelte Gassen und finden heraus wo das Partyviertel ist und das wir umseren Zulassungschein verlegt haben.
Genau, das kleine gelbe Ding das man ja eh nur an jeder Grenze braucht. Wir beginnen die Suche. In der Dokumentenmappe. Nichts. In allen Ablegefächern. Nichts. In allen sonstigen Schlitzen, Rucksäcken, Hosentaschen. Nichts.
Wir haben die Vermutung, daß er im Hostel von letzter Nacht zurückgeblieben sein könnte, denn wir alle haben ihn dort zum letzten Mal gesehen. Eine Entscheidung steht an, entweder wir fahren nur mit Typenschein weiter, den haben wir zufällig auch mit oder wir fahren auf gut Glück zum Hostel zurück.
Nur Typenschein wäre toll, denn an jeder Grenze von hier an hätten wir viel zu quatschen und es wäre auch immer schön spannend ob wir es schaffen. Wir estscheiden uns aber, wie schon an D915, europäisch vernünftig dazu nochmal an Hostel vorbei zu fahren.
Als rein ins Auto. Retourgang rein. Mit der blöden Twingo Faherein schimpfen. Und mit der richtigen Energie rein in den Stadtverkehr. Übrigens fehlen hier bei jedem fünften Auto die Stoßstangen, aber keine Angst Tiny hat noch alle. Das Fahren selbst muss mit nochmal mehr Vehemenz als in der Türkei betrieben werden. Die Spur wechseln geht immer und im Zweifelsfall macht man sich einfach seine eigene Spur auf. Bei riskanten Manöver wird gehupt, damit die anderen aufpassen.
Geschafft wir sind zurück am Hostel. Ich quatsche die gut gelaunte Rezeptionistin von gestern an und erfahre das sie gar nicht hier arbeitet. Jetzt verstehe ich auch warum sie uns gestern nicht bedient hat und wir auf die nächste Schicht warten mussten. Egal. Ich finde die echte, die zusammen mit der Putzfrau Zimmer 9 bearbeitet. Wir waren 8. Ich stelle die heiße Frage und JA sie hat unser Papier gesehen und es neben den Drucker gelegt. Ich denke mir nur, danke und wow das war ja einfach, aber das war wohl zufrüh, denn neben dem Drucker waren nur viele gelbe Post-its und kein Schein.
Hektik bricht aus, Rezeptionistin, Putzfrau, wir und sogar die Blonde von gestern beginnen zu suchen. Wir versuchen die Schritte der Rezeptionistin, die ihn ja gesehen hat, zu rekonstruieren. Wir durstöbern jeden Mistkübel, jede Kammer, einfach alles nach diesem gelben Schatz. Wir machen das selbe nochmal und nochmal und nochmal. Plötzlich Gelächter. Erst leise, verhalten, dann immer mehr. Ich bin am anderen Ende vom Hostel und eile in Richtung von dem zum Jubelgeschrei gewordenen Geräusch. Der Schein, sie hält ihn in der Hand.
Wir sind überglücklich und umarmen alle. Mike und ich gehen schnell zum Greissler am Eck holen Eis, Kekse und ein paar Mixgetränke, als kleines Dankeschön. Sie freuen sich und wir klären auch noch auf das wir die mit Vienna und nicht die mit den Kängurus sind.
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